Finanzberater: Wurde auch Ihr Vertrauen ausgenutzt?

Dieser Blog lädt ein, selbst erlebte Erfahrungen und Erkenntnisse mit respektive über das Thema ‚Private Finanzberater aus sozialen Netzwerken‚, zu schildern und auszutauschen.  Jedes nachvollziehbare authentische Beispiel kann Leserinnen und Lesern dazu verhelfen, Leichtgläubigkeit im Umgang mit Finanzberatern aus Netzwerk-Marketing-Strukturvertrieben zu vermeiden, die Lügen der MLM-Finanzvertriebe zu entlarven und bekannte Handlungsfehler von AWD-Bonnfinanz-DVAG-Formaxx-MPL-OVB-Geschädigten nicht zu wiederholen.

Beispielsweise könnten auch Sie einen ähnlich lautenden Telefonanruf bekommen haben: „Hallo Onkel Peter, hier spricht Lars, dein Lieblingsneffe. Ich habe eine unglaublich gute Nachricht für dich. Wann kann ich mal bei dir vorbeikommen?“  

Voller Freude und Spannung, öffnen Sie ihm bald darauf Ihre Tür. Ihre zu erwartende Frage, wie es ihm denn ginge, beantwortet jener Neffe mit: „sehr gut, einfach fantastisch!“ Er sei doch seit einigen Monaten in dieser Trainee zum Finanzberater und habe bereits vielen Freunden und Bekannten enorme finanzielle Vorteile bringen können, weil er auf das Know-How eines international tätigen Kollegen-Teams, mit anerkannten Finanz-, Steuer- und Versicherungs-Fachleuten zurückgreifen könne. Beispielsweise habe er gerade gestern, dem Vater eines guten Schulfreundes, der, ebenfalls wie Du Onkel Peter“, als Architekt arbeitet, Zehntausend Euro an Steuerzahlungen einsparen können.

Sie horchen auf: denn das Thema ‚Steuern sparen‘, interessiert sie in der Tat. Sie können ja schließlich nicht wissen, dass ihr Neffe dieses Thema ganz bewusst gewählt hat, weil er aufgrund seiner Insider-Informationen aus dem ‚Netzwerk Familie‚ annehmen konnte, dass Sie darauf anspringen. Bei anderen potenziellen Kunden aus seinem Netzwerk, wählt er vielleicht andere Themen wie: weniger Miet- oder Hypothekenzinsen bezahlen; oder weniger Krankenversicherungsbeiträge bezahlen; oder mehr Ertragszinsen auf Kapital-Sparpläne bekommen; oder im Alter ganz sorgenfrei leben können; oder last but not least künftig einfach kostengünstiger Ferien machen … Sie ahnen nicht, dass ihr Neffe auf alle Gespräche mit potenziellen Kunden, psychologisch geschult und trainiert wird.

Dem Finanzberater wird eintrainiert, wie er sich über sein jeweiliges soziales Netzwerk, alle wichtigen Vorab-Informationen einholt, um den vermeintlichen Themen-Erfolgs-Köder auswerfen zu können. Seine Trainer & Coachs wissen zudem: da wo ein Fremder, ein Ihnen unbekannter Finanzberater, keinerlei Chance haben würde je einen Fuß über Ihre Türschwelle zu setzen, hält ein ‚Sozial- und Familien-Netzwerker‚, mit großem Vertrauens-Vorschuss und oft ohne jede gesunde Vorsicht der Angesprochenen, den Türöffner quasi von Geburtswegen in der Hand und bekommt mithin alle vertraulichen Finanz-Dokumente freihaus verfügbar. Sie vertrauen ihm später umso mehr, weil er Ihnen ganz selbstverständlich Ihren ausdrücklichen und dringenden Wunsch und Willen bestätigt, auf gar keinen Fall risikoreiche Anlagen oder Finanz-Verträge eingehen zu wollen. Nicht zuletzt sprechen auch die vielen positiven Fachmagazin- und Zeitungsausschnitte, die er Ihnen freudig vorlegt, für sich; vor allem jene über den Finanzdienstleister für den ihr Neffe arbeitet. Die Firmen-Chefs, die der Neffe so betont beiläufig auf einigen mitgebrachten Fotos zeigt -, erscheinen Ihnen als sehr gut bekannt mit den dort abgebildeten, führenden Volksvertretern und staatstragenden Politikerinnen und Politikern. Allesamt treten diese prominenten Persönlichkeiten ganz offensichtlich als Finanzvertrieb-Werbeträger auf. Und wenn die alle dieser Finanzfirma vertrauen, dürfen sie das ganz sicher auch, denken Sie. 

Mithin ergeben Sie sich vollkommen diesem Vertrauen und hören es später auch nur allzu gerne, wenn ‚Ihr Finanzberater‚ davon spricht, dass diese oder jene Anlage: „so sicher wie ein Sparbuch, im Grunde gar mündelsicher sei.“  Und da Ihnen auf der Basis dieses Netzwerk-Vertrauens, mit gezielt psychologischen Einlagen, jegliche Skepsis fehlt, unterzeichnen Sie, fast blind, was Ihnen Ihr Finanz-Vertrauter vorlegt, und Sie vertrauen darauf dass er alles in Ihrem Sinne prüft – ganz so wie er sich als selbstständiger Finanzberater nach Handelsvertreter-Gesetz (im Finanz-Vertrieb üblich, auch wenn alle unter dem Firmennamen des Vertriebs auftreten), auf seine Finanzdienstleister-Firmenchefs verlassen hat, die ihm seinerzeit ähnliche Köder vorlegten und ihn mit genau den gleichen Suggestionen überzeugten. Dass nämlich auch diese Finanzberater in den jeweils persönlichen Social-Networks rekrutiert werden, also erst Kunde dann Berater werden, wissen und ahnen sicher nur die Wenigsten in der Finanz-Struktur-Vertriebs unkundigen Öffentlichkeit. Doch für die Vertriebsfirmen-Eigentümer, jene eigentlichen Finanz-Drückerkönige und deren Macher, sind und bleiben Mensch, Verstand und all dessen Wunschdenken, ziemlich vorausberechenbar, austauschbar, als Einzelschicksal recht nebensächlich. Jeder Einzelne zählt für sie nur in der Masse, kumuliert zum Milliarden Kapital.

Sollten Sie, werte Blog-Leserin, werter Blog-Leser, eigene Erfahrungen und Erkenntnisse mit Finanzdiensten a la: AWD (neu SWISS-LIFE-SELECT), BONNFINANZ, DVAG, FORMAXX, MLP, OVB, etc. gemacht haben, eventuell Finanzvertriebs-Geschädigte oder -Geschädigter sein, dann geben Sie hier im Blog anderen Leserinnen und Lesern einen Einblick und schildern Sie Ihre Erlebnisse.

Selbstverständlich dürfen Sie auch ganz gezielte Fragen stellen oder Kommentare abgeben. Es soll ja schließlich ein authentisch lebendiger Blog werden.

wer buhlt hier um wen?

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20 Gedanken zu „Finanzberater: Wurde auch Ihr Vertrauen ausgenutzt?

  1. vfalle

    Nichts ist unmöglich … … bei Finanzdienstleistern

    Stellen Sie sich vor, Sie gehen zu einem Autohändler und verlangen ein Fahrzeug zu dem Zweck, dass es besonders Wertstabil sein soll, weil Sie es nach fünf Jahren wieder verkaufen wollen, um dann Ihr Traumauto zu kaufen. Ihr Händler versichert Ihnen, das richtige Produkt zu dem Zweck zu haben. Deshalb kaufen Sie das Produkt. Zwischendurch sind Sie verunsichert, weil Medien über Qualitätsprobleme in der Automobilbranche berichten. Sie fragen also bei Ihrem Händler nach, ob das auch Ihr Produkt betrifft. Der verneint deutlich und das im Laufe der Jahre immer wieder.

    Kurz vor Ende der fünf Jahre wird deutlich, dass auch Ihr Produkt einen erheblichen Konstruktionsfehler hatte und Sie das Produkt nun gar nicht bzw. nur mit hohem Wertverlust kurzfristig verkauft bekommen.

    Der Verkäufer entschuldigt sich. Dass er über dem Konstruktionsfehler auch erst jetzt von seinem Unternehmen informiert wurde. Das Führungspersonal des Händlers teilt Ihnen auf Nachfrage mit, dass es dem Unternehmen leid tue. Bei Verkauf des Produktes sei der Mangel nicht erkennbar gewesen. Außerdem habe das Fahrzeug ja eine Abnahme vom TÜV erhalten und wurde von einer Fachzeitschrift zum Auto des Jahres gekürt. Ferner hätten Sie das Produkt ja selbst gewollt und das mit der Vertragsunterzeichnung bestätigt.

    Also Fragen sie beim Hersteller nach. Dessen Führungspersonal möchte sich jedoch nicht zu den Vertriebspraktiken Ihres Händlers äußern. Von anderen Mitarbeitern des Unternehmens erfahren Sie, dass Ihnen der Hersteller das Produkt für Ihr Bedürfnis nicht angeboten hätte.

    Das ist für Sie unglaublich? Richtig – zumindest in Bezug auf die Automobilindustrie. Mit meinen Finanzdienstleistern habe ich jedoch genau so etwas erlebt.

    Aber warum gehen Automobilhersteller mit „Konstruktionsfehlern“ und Sicherheitsmängeln anders um als Finanzberater? Ganz einfach: Weil es für deren Produkte eine Produkthaftung gibt, die im schlimmsten Fall sogar strafrechtliche Konsequenzen hat. Außerdem haben Automobilhersteller erkannt, wie wichtig Qualität für ihr das Kundenvertrauen in Ihre Marke ist. Sie reagieren mit Rückrufen, um Ansehen nicht zu beschädigen.

    Im nächsten Beitrag schreibe ich was mir genau passiert ist.

    Bis dann Ihr/Euer V. F. Alle

    Antwort
    1. finanznetzwerker Autor

      Das ist wirklich ein sehr guter Beitrag, denn das Beispiel mit dem Auto wird auch gern von den Finanzberatern im Verkauf angewandt – selbstverständlich dort mit positivem Ausgang für den Finanzvertrieb.
      Ihre Version ist allerdings ebenso eindrücklich und für jeden Laien im Finanz- und Kapitalmarkt schnell nachvollziehbar. Ich bin schon sehr auf Ihre persönliche Geschichte gespannt.

      Vielen Dank und beste Grüsse,
      Ihr Maximilian von Ah

      Antwort
      1. vfalle

        … und weiter geht es:
        Was tut ein Mensch, der seine Schulden begleichen will, wenn er zu Geld kommt? Er geht zu demjenigen dem er Geld schuldet und bietet ihm das Geld zur Tilgung seiner Schulden an. Genau das tat ich. Nur mit dem Unterschied, dass ich einen Finanzberater hatte, über den das lief.
        Weil ich das Darlehen wegen der festgelegten Vertragslaufzeit angeblich nicht vorzeitig tilgen konnte, verlangte ich, dass das Geld so angelegt wird, dass es mir rechtzeitig zur Tilgung wieder zur Verfügung steht. Weil das Geld bei der gleichen Bank angelegt wurde, bei der ich die Schulden tilgen wollte, glaubte ich, dass das sicher ist. Zudem vermittelten mir hochkarätige Persönlichkeiten in Aufsichtsrat und Beirat meines Finanzdienstleisters den Eindruck, dass es sich wohl um ein seriöses Unternehmen handelt.
        Fakt ist, dass mir am Ende der Darlehenslaufzeit weniger als 13% meines Vermögens zur Tilgung der Darlehen zur Verfügung standen. Das reichte gerade einmal um 20% meiner Schulden zu tilgen. Fakt ist zudem, dass ich mich nun wieder selbst darum kümmern muss, wie ich die Schulden los werde.

        Details finden Sie unter:
        http://vfalle.wordpress.com/einfach-nur-schulden-begleichen-was-ist-passiert-teil-2/

        Viele Grüße, V. F. Alle

  2. vfalle

    Ja, das hatte ich. Weil ich durch mein Vertrauen Fristen verpasst habe, wurde mir vom Verbraucherschutzanwalt mitgeteilt, dass es schwer werden kann, meinem Dienstleister eine Falschberatung nachzuweisen. Außerdem wurde mir gesagt, dass die Prozesskosten bei einer Niederlage um die 10 000€ liegen können und die Gegenseite bei einem Erfolg meinerseits in die nächste Instanz gehen könnte.
    Weil mein Berater nun nicht verfügbar ist und ich einen ähnlichen Fall recherchiert (der Berater war angeblich verstorben und die Kundin wurde aus „Pietätsgründen“ nicht informiert) habe, möchte ich mich lieber auf die Aufklärung konzentrieren anstatt Anwälte streiten zu lassen. Ich will nur eine Antwort von den Verantwortlichen, warum ein Kunde mit klaren Absichten sein Ziel nicht erreicht hat. Ich denke, dass solche Fälle auch im Finanzvertrieb Tabu sein sollten.

    Antwort
    1. finanznetzwerker Autor

      Ja, ich kann Ihre berechtigte Fragestellung sehr gut verstehen, und es ist ja auch alles andere, als der berühmte Einzelfall, den die Finanzvertriebe so gerne anführen.
      Sie haben erwähnt, dass es Gerichte gegeben haben soll, die den ‚ImmoInvest als mündelsicher‘ eingestuft haben. Habe Sie eventuell solche Erklärungen vorliegen? Wenn ja, wäre ich dankbar, Sie könnten mir Kopien zukommen lassen.

      Antwort
      1. vfalle

        Laut Handelsblatt (und auch Wirtschaftswoche) hat das Amtsgericht in Fürth den Fonds als „mündelsicher“ eingestuft. Siehe:
        http://www.handelsblatt.com/finanzen/fonds/nachrichten/vertrauenskrise-das-ende-der-immobilienfonds/6700406.html
        Laut meinem Finanzdienstleister waren das zudem Gerichte in Düsseldorf, Köln und Hamburg.
        Eine Begründung der Gerichte liegt mir bisher allerdings nicht vor.

        Inzwischen weiss ich, dass Mündelsicherheit nichts mit der Sicherheit zu tun hatte, die ich von meinem Berater erwartete. Siehe auch: http://www.vz-nrw.de/Auch-muendelsichere-Geldanlagen-sind-nicht-immer-sicher-1

  3. vfalle

    Bild bietet Finanz-Check zusammen mit der DVAG

    Mit Verwunderung habe ich erfahren, dass nun Bild-Online einen Service zum Finanz Check bzw. Finanz-Dialog anbietet. Partner sind u.a die Deutsche Vermögensberatung, die Aachen Münchener und die Deutsche Bank. Siehe: http://www.bild.de/partner/geld/advertorial/finanz-check-30623810.bild.html

    Dort geht es um Fragen wie diese:
    Johanna G.: Muss ich für einen Finanz-Check bezahlen oder ist eine solche Beratung kostenlos?
    Die Antwort der Experten der DVAG: Hierzu gibt es unterschiedliche Regelungen im Markt. Bei den meisten Anbietern ist so ein Check honorarfrei. Allerdings sind nicht alle Berater branchenübergreifend tätig, viele sind keine Vermögensberater, die das Thema „Allfinanz“ beherrschen, sondern lediglich Produkte eines Anbieters verkaufen. Vereinzelt gibt es im Markt auch Berater, die einen Finanz-Check auf Honorarbasis durchführen. Bei durchaus üblichen Stundensätzen von 150 Euro und mehr kann da leicht eine vierstellige Summe allein für die Beratung herauskommen.

    Ich habe nun gefragt, warum ich mein Ziel mit meinem Finanzdienstleister DVAG verfehlt habe, meine über die DVAG laufenden Schulden mit einer Erbschaft abbezahlen zu können, obwohl ich auf Allfinanz-Kompetenz vertraut habe. Ich bin gespannt, ob die Herren Berater und Bild-Journalisten darauf eine ehrliche Antwort finden.Gerne stelle ich mich auch kritischen Rückfragen.

    Ich empfehle den potenziellen Kunden die Antworten in diesem Finanz-Check genau zu hinterfragen.

    Viele Grüße
    V.F. Alle

    Antwort
    1. finanznetzwerker Autor

      Vielen Dank. Das ist eine gute Idee, diesen Hinweis und den Web-Link zum sehr fragwürdigen „Finanz-Check des BILD/DVAG-Services“ hier einzustellen. Mit Spannung bleibt zu erwarten, ob Ihre Fragen beantwortet werden, und ob sich auch noch andere „Finanzvertrieb-Verdummbeutelte“ animiert fühlen, hier ihren Mund öffentlich nachhaltig zu öffnen.

      Mit besten Grüßen
      Maximilian von Ah

      Antwort
      1. vfalle

        Es gab ein Antwortschreiben, aber keine Antwort auf meine zentrale Frage, warum ich mein Ziel mit der DVAG verfehlt habe.

        Im Schreiben vom Finanz-Dialog heißt es:

        Sehr geehrter Herr ,
        vielen Dank für Ihr Interesse am Finanz-Dialog. Sie hatten uns in Ihrer E-Mail folgende Frage, die wir an die Experten weitergeleitet haben, gestellt:

        Ich hatte über die Deutsche Vermögensberatung mehrere Darlehen abgeschlossen. Weil ich 2007 Geld erbte, wollte ich dieses dafür verwenden, dass meine Schulden getilgt werden. Der größte Teil meines „Vermögens“ steckt nun, auf Rat meines DVAG-Beraters, in zwei inzwischen geschlossenen „offenen Immobilienfonds“. Als „Hilfe“ wurde mir vom Chefvolkswirt der DVAG ein neues „günstiges Darlehen“ angeboten. Was hätte ich tun sollen, um mit meinem Dienstleister mein Ziel schnell schuldenfrei zu sein zu erreichen?

        Lesen Sie hier die Experten-Antwort von Dr. Ralf-Joachim Götz, Chefvolkswirt der DVAG: Die Frage, wann und wie Darlehensschulden zu tilgen sind bzw. durch Sondertilgungen vorzeitig beglichen werden können, hängt von der jeweiligen Vertragsgestaltung ab. Bei einem unerwarteten Mittelzufluss beim Darlehensnehmer, der zwar zur Schuldentilgung eingesetzt werden soll, aufgrund der individuellen Darlehensbestimmungen dafür aber nicht sofort verwendet werden kann, macht es Sinn, diese Gelder solange zu „parken“, bis sie der Darlehenstilgung dienen können. Bei der Entscheidung, wo und wie die Gelder vorübergehend angelegt werden sollen, sind neben den Aspekten der Rendite und des Risikos einer Anlage auch die Frage der Verfügbarkeit zu betrachten. Offene Immobilienfonds investieren – wie der Name schon sagt – in Immobilien, deren Verwertung im Bedarfsfall einige Zeit beanspruchen kann. Im Falle eines unerwartet starken und raschen Mittelabflusses kann der Fonds geschlossen werden, da der dann erforderliche Verkauf von Immobilien naturgemäß länger dauert als der Prozess der Rückgabe von Investmentfondsanteilen. Dadurch werden die Fondsanteile jedoch nicht wertlos, sie sind eben nur nicht aktuell veräußerbar. Vor diesem Hintergrund kann die Aufnahme eines Darlehens zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen sinnvoll sein.

        Wir hoffen, dass wir Ihnen mit der Antwort helfen konnten und verbleiben mit den besten Grüßen.

        Das Experten-Team des Finanz-Dialogs
        Lesen Sie mehr: http://www.finanzdialog.bild.de

        Nein! Sie konnten mir nicht helfen.
        1. hätte ich die Verträge so nie abgeschlossen, wenn mich mein Berater offen über die Risiken aufgeklärt hätte. Kundenfragen bezüglich Risiken im Nachhinein zu beantworten (die wenigsten Verstehen die Vertragsinhalte, dafür nutzen sie Berater) ist suboptimal.
        2. Habe ich den Eindruck, dass ich durch die hohen Abschlussgebühren, Vermittlungsprovisionen und Verluste der Geldanlage nicht einmal mein Ziel erreichen werde, am Ende verlustfrei aus der Geschichte heraus zu kommen. Ein ehemaliger Bank-Chef sagte mir, dass die von Ihrem Unternehmen vermittelten Anlagen für meine Zwecke schon wegen der Gebühren- und Provisionen garnicht geeignet waren.

        Natürlich will auch Ihr Unternehmen (DVAG) Geld verdienen. Allerdings sollte Ihr Unternehmensmotto “Vermögensaufbau für alle” auch für Ihre Kunden gelten und nicht ausschließlich für die DVAG und Ihre Partner. Oder wie sehen Sie das?

        Viele Grüße, V. F. Alle

      2. vfalle

        Offener Brief zum Finanz-Dialog auf Bild/Welt-Online: Härtefall oder Systemfehler?

        Sehr geehrter Herr Dr. Lach, (Vorstandsmitglied der Deutschen Vermögensberatung)
        Sehr geehrter Herr Leiphold, (Geschäftsführer der DWS Finanz-Service )
        Sehr geehrter Herr Dr. Stephan, (Chef-Anlagestratege der Deutschen Bank)
        Sehr geehrter Herr Westkamp, (Vorstandsvorsitzender der AachenMünchener)
        Sehr geehrter Herr Diekmann, (Chefredakteur der Bildzeitung)

        nachdem ich auf meine zentrale Frage an den Finanz-Dialog bisher nicht beantwortet wurde – Dr. Götz wich erneut in allgemeine Aussagen aus – nutze ich diesen Weg. Ich möchte wissen, wieso es der DVAG so schwer fällt zu verstehen, wenn ein Kunde einfach nur seine Schulden begleichen will.

        Ich gehörte 2007 zu den Menschen, die Banken misstrauten. Als ich damals Geld erbte war es für mich naheliegend meine über die DVAG bei der SEB Bank laufenden Darlehen abzubezahlen. Fakt ist, dass es mir damals nicht ermöglicht wurde, dies gegen eine Vorfälligkeitsentschädigung zu tun. Schlimmer noch, zum „parken“ des Vermögens wurde mir der SEB Immoinvest sowie 2009 der DWS Immoflex empfohlen. Beide sind inzwischen geschlossen, sodass ich weder meine Darlehen abzahlen noch meine Rentenversicherungen bei der Aachen Münchener fristgemäß bedienen konnte. Dazu ist anzumerken, dass mir der SEB Immoinvest, wie anderen DVAG-Kunden als so sicher wie Fest- und Tagesgeld angepriesen wurde.

        Weil ich meinem Berater vertraute, dass ich 2012 auf jeden Fall an das Geld drankomme, weil der Fonds dann wieder öffnen müsse, habe ich wichtige Einspruchsfristen verpasst. Zudem steht mein Berater mir „aus gesundheitlichen Gründen“ nun schon länger nicht mehr zur Verfü-gung.

        Was nun meine Herren? Hätte es bei der DVAG überhaupt ein Produkt gegeben, das meinem Sicherheitsbedürfnis entsprochen hätte? Was ist da falsch gelaufen? Ist es für Sie wirklich kein Problem, wenn einem Ihrer Kunden/Leser so etwas passiert?

        Gerne hinterfrage ich das zusammen mit Ihnen im Rahmen Ihrer Qualitätssicherung.

        Mit freundlichen Grüßen

        V.F. Alle

  4. vfalle

    Und wie geht es meinem Berater?

    Mein Vermögensberater hatte meiner Frau und mir in Beisein unserer kleinen Kinder gesagt, dass er uns nie etwas verkaufen könne, was für uns nicht geeignet sei. Er könne sonst ja nicht mehr guten Gewissens in den Spiegel schauen.

    Nachdem ich ihn mit den Ergebnissen seiner Beratung und dem Kommentar seines Chefvolkswirtes konfrontierte, fragte er zunächst noch interessiert nach. Nun steht er mir seit längerem nicht mehr zur Verfügung. Laut seiner Sekretärin hatte er einen Nervenzusammenbruch.

    Was ich erlebe ist schlimm für mich und meine Familie. Dennoch möchte ich nicht mit meinem „Berater“ tauschen.
    Etwas mehr dazu gibt es in meinem Blog unter: http://vfalle.wordpress.com/2013/07/17/berater-gehts-schlechter-als-mir/

    Viele Grüße V. F. Alle

    Antwort
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  8. vfalle

    Nach gut einem Jahr habe ich meine Recheren abgeschlossen, warum ich bis heute mit meinem Dienstleister trotz zwischenzeitlichen Vermögens nicht schuldenfrei sein konnte. Seit der Vermögensplan meines Dienstleisters aus dem Ruder lief, habe ich auch keinen Beraterbesuch mehr erlebt.
    Als einer von 6 Millionen Kunden (laut Unternehmensangaben) eines Dienstleisters, der sich auf ein begrenztes Produktportfolio beschränkt, fällt es mir schwer zu glauben, dass ich ein Einzelfall sein soll, wie es einige Journalisten mir gegenüber äußerten. Eine Kollegin von mir, steckt durch den gleichen Dienstleister (anderer Berater) ebenfalls im SEB Immoinvest.
    Schockiert hat mich bei meiner Recherche die Ahnungslosigkeit hochrangiger Politiker, denen gerade bei der Wahl wieder das Vertrauen ausgesprochen wurde. Nun wird sich zeigen ob sie ihrem Volk oder meinem Dienstleister dienen. Ich bin gespannt.

    Ich bedanke mich für den gedanklichen Austausch mit Maximilian von Ah und möchte meine Erkenntnisse nun erst einmal verdauen. Ich würde mich freuen, wenn sich unbeteiligte Fachjournalisten einmal ernsthaft damit beschäftigen. Einen Teil der zeitaufwändigen Recherche haben einige ehemalige Finanzvertriebler und ich ja schon übernommen.

    V. F. Alle

    Antwort
  9. vfalle

    Die Physik des Geldes – Grenzen der Geldverschiebung
    Als eher handwerklich und naturwissenschaftlich orientierter Mensch, dachte ich, dass ich Berater für meine Finanzen brauche. Dabei sind die Grundgesetze in der Finanzbranche ähnlich wie in der Physik.

    Ein Beispiel das Gesetz der Energieerhaltung: Danach geht Energie nicht verloren, sondern wird nur umgewandelt. So wird beim Bremsen Bewegungsenergie durch Reibung in Wärme umgewandelt.

    Auch in der Finanzwirtschaft geht nichts verloren. Meine Verluste sind ein Gewinn
    für meine Dienstleister. Das klingt paradox, ist aber so.
    Darüber hinaus gewinnen professionelle Anleger, wenn sie ihr Geld rechtzeitig in eine „frische“ Anlage umschichten. Interessant ist dazu der FAZ-Artikel vom 24.9.2013 zur Existenzdauer von Fonds: http://www.faz.net/aktuell/finanzen/fonds-mehr/geringe-existenzdauer-viele-fonds-werden-keine-fuenf-jahre-alt-12590027.html

    Das Prinzip ist seit der Volksaktie der Deutschen Telekom (T-Aktie) das gleiche. Privatanlegern werden Finanzgeschäfte schmackhaft gemacht und erklärt, dass diese eine langfristige Wertsteigerung bringe. Vor allem Privatanleger glaubten daran und verloren Geld, weil Finanzprofis längst ihre Aktien/Anteile gewinnbringend verkauft hatten. Das war später bei diversen Fonds so. Das war bei mir und anderen DVAG-Kunden mit den neuen, „sicheren“, „offenen Immobilienfonds“ so und das war bei den Fonds der Volkssolidarität so.

    Normalbürgern sind die Risiken meist nicht bewußt, auch wenn sie in den Vertragsunterlagen stehen. Dadurch können sich die vermeindlichen Finanzexperten und -berater darauf berufen, dass die die Entwicklung selbst „nicht absehen konnten“ und juristische Konsequenzen von sich weisen.

    Ich stelle erstaunliche Gemeinsamkeiten zwischen Aussagen der Manager der Volkssolidarität (http://www.focus.de/panorama/welt/prozesse-volkssolidaritaet-prozess-angeklagter-weist-verantwortung-zurueck_aid_1134891.html) mit der Einstellung der DVAG zu meinem Fall fest (http://vfalle.wordpress.com/2013/07/03/keiner-ist-verantwortlich-der-kunde-wollte-es-ja-so-teil-6).

    Für mich kommt diese Erkenntnis zu spät. Aber vielleicht kann ich anderen damithelfen, diese Erfahrungen zu vermeiden.
    V. F. Alle

    Antwort
  10. vfalle

    Lieber Herr von Ah,

    ich möchte mich bei Ihnen für die Erkenntnisse bedanken, die ich unter anderem durch ihre Blog-Beiträge erlangt habe.

    An den von Ihnen beschriebenen Mechanismen hat sich bis heute nichts geändert. Aktuell bekommen das die Anleger von Procon zu spüren. Und das Internet (Soziale Medien) bieten noch viel Potenzial für den Vertrieb.

    Umsomehr erstaunt es mich, dass wir in Ihrem Forum bisher die einzigen Kommentatoren sind. Die anderen Menschen sind wohl zu sehr mit anderen Themen beschäftigt.

    Vielleicht interessiert sie dazu mein aktueller Beitrag:
    http://vfalle.wordpress.com/2014/01/12/procon-gier-der-anleger/

    Antwort
  11. Zsuzsanna

    Ich war auf der suche nach einer Kapitalanlage was jedoch heute nicht ganz einfach ist. Grundsätzlich bin ich gegen einer Kalt-Akquise. Es nervt unheimlich. Was ich jedoch befürworte sind Vergleichsportale! Wo der Kunde freiwillig seine Daten hinterlässt und einen Rückruf von einem Beraten erwünscht. Dieser Berater zahlt eine gebühr für diese Vermittlung. Egal ob es zum Abschluss kommt oder auch nicht! Der Kunde hat ausdrücklich darum gebeten. Siehe: DeinVergleich.com oder Ähnliche Seiten. Was mir daran gefällt sind die Kundenbewertungen. Ich war mit meiner Beratung sehr zufrieden. Nach dem Gespräch habe ich einen Termin in der Geschäftsstelle angenommen. Es ist zum Abschluss gekommen. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Anlage und erhalte regelmässig und pünktlich meine Erträge. Zudem war es mir wichtig keine ewigen Laufzeiten zu haben. Ich lege mein Kapital nur noch Kurzfristig an. Bei einem Seriösen unternehmen, mit viel transparenz. Kein freund bin ich von klassischen Bankprodukten. Schlechte Erträge, lange Laufzeiten, versteckte Kosten. Möchte Ihr „Bankberater“ nur das beste für Sie? Meiner Meinung nach sind diese die größten Verbrecher. Gilt natürlich nicht für alle. Würde Ihr Bankberaten Ihnen eine Anlage empfehlen die nicht aus seiner Produktpalette stammt zudem es noch ein bedeutend besseres Produkt ist? Mein Bankberater hat mir abgeraten! Natürlich war mir klar das er mir seine Produkte verkaufen wollte. Ich lehnte diese ab und traf meine eigene Entscheidung, die ich in keinem Fall bereue.

    Antwort
  12. vfalle

    Oh, ich hatte mich auch umgehört und es klang bei meinem Berater genau so wie sie es beschreiben. Gegenüber Banken war ich ebenfalss skeptisch. Wie sie, glaube ich auch daran, dass es noch Vermittler gibt, die sich wirklich um die Bedürfnisse der Kunden bemühen.
    Die Probleme habe ich erst viel später erkannt. Die ersten 3 Jahre lief es bei mir auch gut.
    Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.

    Antwort

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